Manche Designobjekte füllen einen Raum. Andere verändern ihn. Die ikonische Mille et un Carré Tisch-Edition von Studio Andrée Putman gehört eindeutig zur zweiten Kategorie. Im Rahmen von Art Paris im Grand Palais präsentiert, zählt die Collector Edition bereits jetzt zu den spannendsten Arbeiten der französischen Design-Art-Szene – und zeigt eindrucksvoll, wie zeitlos moderne Gestaltung wirken kann.
Anlässlich des 100. Geburtstags von Andrée Putman interpretiert das Studio eines seiner bekanntesten Stücke neu: Die Oberfläche des legendären Mille et un Carré Tisches wurde mit verspiegelten Silberfliesen versehen und erhält dadurch eine völlig neue Dynamik. Licht wird hier nicht einfach reflektiert, sondern inszeniert. Die Oberfläche absorbiert, bricht und streut Licht, wodurch sich je nach Perspektive ständig neue Nuancen und Tiefen ergeben. Das monochrome Erscheinungsbild wirkt dabei keineswegs statisch – vielmehr entsteht ein subtil lebendiges Spiel aus Bewegung, Atmosphäre und Präsenz.
Ursprünglich wurde der Tisch für die Residenz des renommierten Art Directors und Fotografen Jean-Paul Goude entworfen und entwickelte sich schnell zu einem Sinnbild der klaren, präzisen Formensprache des Studios. Typisch für Andrée Putmans Philosophie steht dabei nicht opulenter Luxus im Mittelpunkt, sondern die Kunst der Reduktion. Ein scheinbar einfaches Material wird durch Komposition, Präzision und handwerkliche Perfektion zu etwas Außergewöhnlichem erhoben. Gerade diese kontrollierte Zurückhaltung macht die neue Collector Edition so faszinierend. Luxus zeigt sich hier nicht laut oder demonstrativ, sondern in der Qualität der Ausführung, im perfekten Verhältnis von Form und Material und in der Fähigkeit, Räume emotional aufzuladen.
Nach ihrer Präsentation bei Art Paris reist die neue Collector Edition weiter zur Bel Ouvrage Venezia | Il Corpo della Materia, einer kuratierten Ausstellung im Rahmen der Biennale von Venedig. Zwischen historischen Arkaden und der besonderen Atmosphäre des Klosters Madonna dell’Orto in Cannaregio wird der Tisch Teil einer außergewöhnlichen Inszenierung aus funktionalen Skulpturen, Mikroarchitekturen und ortsspezifischen Designarbeiten. Die Szenografie stammt ebenfalls von Studio Andrée Putman und verwandelt den historischen Ort in ein poetisches Spiel aus Transparenz, Licht und Geometrie. Feine textile Elemente schweben unter den Arkaden, rahmen die Objekte ein und schaffen spannende Kontraste zwischen moderner Strenge und der jahrhundertealten Architektur des 15. Jahrhunderts. Das Ergebnis wirkt beinahe meditativ: Licht wird gefiltert, Räume öffnen sich neu und Design wird nicht nur betrachtet, sondern erlebt.
Parallel dazu verbindet das Studio handwerkliche Exzellenz mit modernster Technologie. Jedes Möbelstück von Andrée Putman erhält künftig ein digitales Echtheitszertifikat auf Blockchain-Basis, entwickelt gemeinsam mit Trust-Place. Damit wird nicht nur die Authentizität gesichert, sondern auch ein neuer Zugang zum Sammeln und Bewahren von Design geschaffen. Trotz technologischer Innovation bleibt die handwerkliche Herkunft zentral: Sämtliche Möbel werden ausschließlich in Frankreich gefertigt – in Zusammenarbeit mit einigen der renommiertesten Kunsthandwerker:innen und Manufakturen des Landes. Tischler:innen, Polsterer:innen, Metallbauer:innen und spezialisierte Ateliers bringen jedes Stück mit höchster Präzision und jahrzehntelangem Know-how zum Leben.
Genau darin liegt die wahre Stärke von Andrée Putman: im feinen Gleichgewicht zwischen Vergangenheit und Zukunft, zwischen Zurückhaltung und Ausdruck, zwischen Funktion und Emotion. Design, das nicht laut sein muss, um Eindruck zu hinterlassen.